Türkei: Freiheit für inhaftierte LGBT*-Aktivist*innen

In einer nächtlichen Razzia durchsuchte die türkische Polizei zahlreiche Wohnungen. Über 100 Menschen wurden festgenommen, 82 verhaftet – darunter 25 LGBT*-Aktivist*innen, denen ein Strafverfahren droht. Unterschreibe für ihre Freilassung!

Update – 2. Oktober 2026: Die Repressionen gehen weiter, aber der Widerstand reißt nicht ab. In Istanbul stürmte die Polizei die Wohnungen von trans* Frauen und nahm zwölf von ihnen fest. Inzwischen sind sie wieder frei. In Mersin stießen Anwältinnen und Anwälte auf unhaltbare Zustände: 18 Personen waren in einer Zelle mit nur acht Betten eingesperrt. Den Inhaftierten wird die Hormontherapie und andere lebenswichtige Medizin verweigert, Menschen mit HIV werden in Einzelhaft isoliert. Mindestens 24 Personen, die sich für queere Rechte einsetzen, sitzen nach wie vor hinter Gittern – ohne dass jemals eine von ihnen verurteilt wurde. Ein Gericht ordnete zudem die Schließung des Nachrichtenportals T24 an, weil die Plattform über queere Themen berichtet hatte. Dem Sänger Mabel Matiz drohen bis zu drei Jahre Haft, weil in einem seiner Musikvideos zwei Männer voll bekleidet miteinander tanzen. Doch unser Druck zeigt erste Wirkung: Eine bei den Razzien verhaftete Anwältin und alle 125 Menschen, die bei Protesten festgenommen worden waren, sind wieder frei. Justizminister Akın Gürlek trägt die Verantwortung für die Sicherheit aller Menschen in den türkischen Gefängnissen. Teile diese Petition, damit die Behörden wissen: Wir schauen hin.

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In der Nacht auf den 12. September brach die türkische Polizei in die Wohnungen von Menschen ein, die LGBT*-Organisationen leiten, und verhaftete sie im Schlaf. Was als Razzia bei einer einzelnen Organisation begann, hat sich zu einer landesweiten Verfolgungswelle in fünf Provinzen ausgeweitet: Mindestens 117 Personen wurden inzwischen in Ankara, Istanbul, Mersin, Izmir und Aydın festgenommen, und 83 von ihnen befinden sich in Untersuchungshaft. Unter den Verhafteten sind 25 LGBT*-Aktivistinnen und -Aktivisten – darunter Gründer*innen, Vorstandsmitglieder und eine journalistisch tätige Person. Ihnen wird nun "Obszönität" und der Verstoß gegen das türkische Vereinsgesetz vorgeworfen, bloß weil sie Websites betreiben, die Buchhaltung führen und ihre Communities unterstützen. Der Justizminister deutete an, dass ihre Finanzierung verdächtig sei – obwohl die Regierungsprüfung für Finanzkriminalität selbst ergab, dass alle Gelder legal eingenommen und ordnungsgemäß angemeldet wurden.

Die Razzien begannen nur wenige Stunden, nachdem ein Gericht die Websites und Social-Media-Kanäle dieser Organisationen sperren ließ. Damit wurde ihnen die Möglichkeit genommen, ihre Community vor Gefahren zu warnen. Ein am nächsten Tag herausgegebenes Regierungsrundschreiben weitete Ermittlungen wegen Verstößen gegen die "öffentlichen Moral" auf alles aus, was Kinder zur "Geschlechtslosigkeit" ermutigen könnte. Das öffnet Tür und Tor, um jegliche Form von LGBT*-Aufklärung, gesundheitlicher Unterstützung und politischer Arbeit ins Visier zu nehmen. Die Behörden leiten nun Schritte ein, um vier der betroffenen Vereine aufzulösen. Türkische Regierungsmitglieder, darunter der Justizminister, haben die Festgenommenen öffentlich diffamiert. Da auch regierungsnahe Medien Hetze betreiben, sind die 25 inhaftierten LGBT*-Aktivistinnen und -Aktivisten in den türkischen Gefängnissen in großer Gefahr. Hier geht es nicht um den Schutz von Familien. Es ist ein koordinierter Versuch, die Existenz von LGBT*-Organisationen in der Türkei unmöglich zu machen – und andere Regierungen schauen genau hin, ob diese Strategie aufgeht.

Unterschreibe die Petition und fordere die türkischen Behörden auf: Lasst die LGBT*-Aktivistinnen und -Aktivisten frei, die wegen ihrer Menschenrechtsarbeit inhaftiert wurden! Garantiert ihre Sicherheit in der Haft, lasst die Pläne zur Auflösung ihrer Organisationen fallen und hört auf, queeren Aktivismus als Verbrechen zu behandeln!

Diese Kampagne wird gemeinsam mit der Organisation Guardians of Equality Movement (GEM) durchgeführt.

Wir haben diese Petition überarbeitet, um die neuesten bestätigten Details über das Vorgehen der Behörden zu berücksichtigen. Wir haben die Zahl der festgenommenen und verhafteten Personen aktualisiert und die Namen der Organisationen hinzugefügt, die das Ziel der Razzien waren. Unsere Forderungen an die türkischen Behörden, die EU, den Europarat und die UN-Menschenrechtsorgane bleiben unverändert. Unterschriften, die vor diesem Datum gesammelt wurden, bezogen sich auf die vorherige Version der Petition.

0Personen haben unterschrieben
Ziel: 20.000

Präsident Recep Tayyip Erdoğan und der türkische Justizminister Akın Gürlek sowie die Europäische Union, der Europarat und die Menschenrechtsgremien der Vereinten Nationen

Seit dem 12. September 2026 wurden in der Türkei im Rahmen einer koordinierten Razzia mit dem Namen "Meine Familie ist in Sicherheit" mindestens 117 Personen festgenommen, die mit LGBT*-Organisationen in Verbindung stehen. Die Razzien fanden in den fünf Provinzen Ankara, Istanbul, Mersin, Izmir und Aydın statt. Unter den Festgenommenen sind 44 LGBT*-Aktivistinnen und -Aktivisten. Die Gerichtsverfahren in allen fünf Provinzen gingen in der Nacht vom 16. auf den 17. September zu Ende: 83 Personen wurden verhaftet und kamen in Untersuchungshaft, während andere unter richterlicher Aufsicht oder aus gesundheitlichen und Altersgründen freigelassen wurden.

Unter den Verhafteten befinden sich 25 LGBT*-Aktivistinnen und -Aktivisten, darunter Gründerinnen, Gründer und Vorstandsmitglieder von LGBT*- und HIV-Organisationen sowie eine Person aus dem Journalismus. 24 von ihnen sind weiterhin im Gefängnis. Die Razzien richteten sich gegen sieben LGBT*-Vereine (Kaos GL in Ankara; SPoD, Lambdaistanbul, LİSTAG und HEVİ in Istanbul sowie Muamma und 7 Renk in Mersin) und die zwei HIV-Organisationen Pozitif Yaşam und Pozitif-iz in Istanbul. Die Wohnungen von Vorstandsmitgliedern wurden durchsucht, ebenso wie die Büros von neun Vereinen. Zudem wollen die Staatsanwaltschaften die Auflösung von SPoD, Lambdaistanbul, LİSTAG und HEVİ erwirken.

Die Vorwürfe – darunter "Obszönität" und Verstöße gegen das Vereinsgesetz – beziehen sich auf ganz alltägliche Arbeit: Online-Veröffentlichungen, die Betreuung von Social-Media-Kanälen oder die Unterstützung von Mitgliedern der Community. Den Festnahmen gingen Gerichtsbeschlüsse voraus, mit denen 419 Social-Media-Accounts gesperrt wurden, darunter jene der betroffenen Organisationen, von Journalistinnen, Journalisten und Menschenrechtsgruppen. Kurz darauf folgte ein Erlass des Justizministeriums, der die Durchsetzung der "öffentlichen Moral" auf Aktivitäten ausweitet, die angeblich die "Geschlechtslosigkeit" bei Kindern fördern. Justizminister Akın Gürlek und regierungsnahe Medien haben die Festgenommenen öffentlich diffamiert, was deren Sicherheit im Gefängnis massiv gefährdet. Mindestens 125 Demonstrierende wurden ebenfalls vorübergehend festgenommen, darunter Anwältinnen, Anwälte, Journalistinnen und Journalisten. Inzwischen sind alle wieder auf freiem Fuß.

Die Türkei ist durch ihre Verfassung und internationale Verträge verpflichtet, Vereinigungs- und Meinungsfreiheit sowie faire Gerichtsverfahren zu gewährleisten.

Wir fordern die türkischen Behörden auf:

– Alle Personen, die ausschließlich wegen ihrer Arbeit für LGBT+ Organisationen oder die Menschenrechte festgenommen wurden, sofort und bedingungslos freizulassen.
– Allen Inhaftierten vertraulichen Zugang zu einer Anwaltsperson ihrer Wahl und eine klare, individuelle Begründung ihrer Haft zu garantieren.
– Die Sicherheit aller Inhaftierten zu gewährleisten und ihre öffentliche Stigmatisierung zu beenden.
– Die Sperrung der betroffenen Websites und Social-Media-Kanäle aufzuheben, die Verbotsanträge gegen die Vereine zurückzuziehen und "öffentliche Moral" oder "Familienschutz" nicht zur Kriminalisierung rechtmäßiger zivilgesellschaftlicher Arbeit zu nutzen.

Wir fordern die EU, den Europarat und die UN-Menschenrechtsgremien auf:

– Sprechen Sie diesen Vorfall direkt, öffentlich und auf diplomatischem Weg bei den türkischen Behörden an. Halten Sie das Thema der Schikanen gegen

Das Recht von Vereinen, sich zu organisieren und rechtmäßige Mittel zu erhalten, ist auch im türkischen Recht verankert. Es zu schützen, ist ein Grundpfeiler des Rechtsstaats.


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