Australien: Entschädigung für gedrängte LGBT*-Veteranen

LGBT*-Soldatinnen wurden aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität aus dem australischen Militär entlassen. Die Veteraninnen fordern eine Entschuldigung, korrigierte Akten und eine Entschädigung. Unterschreibe jetzt.

David Gibson trat nach der Highschool dem australischen Militär bei, um seinem Land zu dienen. Jahre später verhörte ihn die Militärpolizei wegen seiner Bisexualität. Die Ermittler drängten ihn dazu, die Namen anderer Personen zu nennen, und isolierten ihn von seinen Kameradinnen und Kameraden. Schließlich wurde er entlassen.

Er erzählt, dass das Verhör so unerträglich wurde, dass er Informationen erfand, nur damit es endlich aufhörte. Nach seiner Entlassung trug er die Scham und das Trauma des Geschehenen jahrzehntelang mit sich und fiel in eine tiefe Depression.

David war kein Einzelfall.

Über Jahrzehnte hinweg verloren queere Angehörige der australischen Streitkräfte aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität ihre Karriere. Gegen einige von ihnen wurde ermittelt, sie wurden zum Rücktritt gedrängt oder entlassen. Andere verloren ihre Sicherheitsfreigaben oder sahen sich strafrechtlichen, administrativen oder medizinischen Verfahren ausgesetzt.

Für die Betroffenen bedeutete dies oft den Verlust von Einkommen, Wohnraum und Karrierechancen – ganz zu schweigen von der Demütigung und den persönlichen Folgen, die damit einhergingen, aufgrund ihrer Identität als für den Dienst ungeeignet zu gelten.

Australien hat jetzt die Chance, diese Vergangenheit aufzuarbeiten.

Ein Gesetzentwurf, der dem Parlament derzeit vorliegt, sieht vor, historische Verurteilungen wegen homosexueller Handlungen im Dienst zu löschen. Doch viele queere Militärangehörige wurden nie offiziell verurteilt. Sie wurden stattdessen durch administrative oder medizinische Verfahren aus dem Dienst gedrängt.

Ein Senatsausschuss hat nun umfassendere Wiedergutmachungsmaßnahmen gefordert. Dazu gehören die Richtigstellung der Personalakten, die Anerkennung ihres ehrenhaften Dienstes und eine offizielle Entschuldigung der Regierung.

Queere Veteraninnen und Veteranen fordern zudem eine finanzielle Entschädigung für diejenigen, die durch diese Richtlinien materielle Verluste erlitten haben. Vergleichbare Programme gibt es bereits in Kanada und Großbritannien.

Menschen, die sich freiwillig zum Dienst in den australischen Streitkräften gemeldet haben, hätten nicht ihre Karriere verlieren dürfen, nur weil sie so sind, wie sie sind. Australien kann das geschehene Unrecht anerkennen und gleichzeitig die Folgen lindern, unter denen einige Veteraninnen und Veteranen noch heute leiden.

Unterschreibe jetzt und fordere die australische Regierung auf, sich zu entschuldigen, die Akten der Betroffenen zu korrigieren und queeren Veteraninnen und Veteranen, die durch die damalige Diskriminierung geschädigt wurden, eine faire finanzielle Entschädigung zu zahlen.

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Premierminister Anthony Albanese, Verteidigungsminister Richard Marles, Minister für Veteranenangelegenheiten Matt Keogh und die australische Regierung.

Seit Jahrzehnten wurden Angehörige der australischen Streitkräfte aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität schikaniert, bestraft, zum Rücktritt gezwungen oder entlassen.

Einige verloren ihre Karriere, ihr Einkommen und ihr Zuhause. Andere wurden zutiefst demütigenden Ermittlungen ausgesetzt oder mussten mit einer Militärakte leben, die bis heute diskriminierende Entscheidungen widerspiegelt. Die persönlichen Folgen dieser Richtlinien wirken bis heute nach.

Der Gesetzentwurf, der derzeit dem Parlament vorliegt, bietet eine wichtige Chance, einen Teil dieser Geschichte aufzuarbeiten: Er soll es ermöglichen, historische Verurteilungen queerer Militärangehöriger zu löschen. Doch diese Verurteilungen bilden nur einen Bruchteil der Diskriminierung ab, der die LGBTI*-Gemeinschaft im Militär ausgesetzt war.

Viele Menschen wurden stattdessen Opfer administrativer oder medizinischer Verfahren. Dazu gehörten erzwungene Rücktritte, administrative Entlassungen und der Entzug von Sicherheitsfreigaben.

Der Senatsausschuss, der diese Vorfälle untersucht, hat die Notwendigkeit umfassenderer Wiedergutmachungsmaßnahmen erkannt. Wir fordern die australische Regierung auf, nach diesem Prinzip zu handeln. Sie muss sicherstellen, dass Menschen, die durch administrative und medizinische Diskriminierung geschädigt wurden, nicht einfach deshalb ausgeschlossen werden, weil ihre Behandlung nicht zu einer strafrechtlichen Verurteilung geführt hat.

Wir fordern die australische Regierung daher auf:

– sich offiziell bei LGBTI*-Veteraninnen und -Veteranen sowie aktiven Angehörigen der Streitkräfte zu entschuldigen, die durch diskriminierende Richtlinien der Streitkräfte geschädigt wurden.

– ein faires finanzielles Entschädigungsprogramm für all jene einzurichten, die materielle Verluste erlitten haben – einschließlich des Verlusts von Arbeitsplatz, Einkommen, Wohnung oder Karrierechancen.

– die Korrektur oder Ergänzung von Akten zu ermöglichen, wenn nachteilige Maßnahmen aufgrund der sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität einer Person verhängt wurden und nach heutigem Recht oder heutigen Militärrichtlinien nicht mehr gerechtfertigt wären.

– den ehrenhaften Dienst derjenigen angemessen anzuerkennen, deren Karrieren aufgrund diskriminierender Richtlinien beendet wurden.

– sicherzustellen, dass die Wiedergutmachung strafrechtliche, administrative und medizinische Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität abdeckt.

Menschen, die Australien dienen, haben ein Recht auf Würde, Privatsphäre und Gleichbehandlung vor dem Gesetz. Es ist wichtig, vergangene Diskriminierung anzuerkennen. Erst durch eine spürbare Wiedergutmachung der entstandenen Schäden erhält diese Anerkennung echte Bedeutung.


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