In Fès, Marokko, griff ein Mob eine Gruppe von LGBT*-Menschen an. Sie riefen die Polizei um Hilfe – doch die Polizei nahm stattdessen sie fest. Unterschreibe JETZT und unterstütze sie.
Am 19. August versammelte sich im Stadtteil Lirak in Fès ein Mob vor einem Wohnhaus und griff die dort lebenden Menschen mit Beleidigungen, Drohungen und Steinwürfen an. Die Bewohnerinnen und Bewohner riefen die Polizei um Hilfe. Als die Beamten eintrafen, nahmen sie zehn der dort lebenden LGBT*-Personen fest – nicht die Menschen, die sie angegriffen hatten.
Mehrere der Festgenommenen berichten, sie seien wegen ihres Aussehens gedemütigt und unter Druck gesetzt worden, polizeiliche Aussagen zu unterschreiben, die sie weder lesen noch verstehen konnten. Anschließend verbreiteten sich Videos und Beiträge im Internet, in denen sie identifiziert wurden, was zu weiteren Drohungen führte. Wegen eines landesweiten Anwaltsstreiks konnte sie bei ihrer ersten Gerichtsanhörung am 24. August kein Anwaltsteam vertreten. Der Fall wurde auf den 7. September vertagt. Mittlerweile konnte ein Verteidigungsteam organisiert werden – allerdings erst durch dringende Bemühungen eines Unterstützungskomitees in letzter Minute.
Der Fall ist Teil eines größeren Musters in Marokko: Queere und trans* Menschen, Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter sowie andere Personen geraten unter dem Vorwand, die sogenannte öffentliche Moral zu schützen, zunehmend ins Visier der Behörden und werden öffentlich bloßgestellt. Artikel 489 des marokkanischen Strafgesetzbuchs stellt einvernehmliche sexuelle Handlungen zwischen Personen gleichen Geschlechts unter Strafe und sieht Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren vor. Die Polizei wertet dabei selbst Dinge wie gemeinsames Wohnen oder eine Beziehung regelmäßig als Indiz für einen solchen Vorwurf. So kann jemand vor Gericht landen – nicht weil er einer anderen Person etwas angetan hat, sondern allein aufgrund dessen, mit wem er zusammenlebt.
Der marokkanische Justizminister kann dafür sorgen, dass diese Menschen eine angemessene rechtliche Vertretung erhalten, eine Untersuchung des Mobangriffs und der anschließenden Bloßstellung im Internet anordnen und sicherstellen, dass niemand allein aufgrund seiner Identität oder dessen, wen er liebt, strafrechtlich verfolgt wird. Unterschreibe jetzt und zeig ihm, dass Menschen auf der ganzen Welt diesen Fall verfolgen.