In Belarus riskieren Menschen eine Verhaftung, wenn sie öffentlich über ihr Leben sprechen. Fordere jetzt Visa und sichere Fluchtwege – bevor es zu spät ist.
Eine Lehrkraft beantwortet eine Frage. Ein journalistischer Beitrag über einen CSD. Eine Nachricht von Freund*innen im Netz.
In Belarus wird man dafür jetzt bestraft.
Am 15. April 2026 hat Alexander Lukaschenko ein Gesetz unterzeichnet, das die "Verbreitung von Informationen" unter Strafe stellt, wenn darin gleichgeschlechtliche Beziehungen oder geschlechtliche Transition als akzeptabel dargestellt werden. Das Gesetz gilt für öffentliche Reden, die Medien, das Bildungswesen und Äußerungen im Alltag.
Die Strafen reichen von Bußgeldern über Zwangsarbeit bis hin zu kurzen Haftstrafen. Das Gesetz gibt den Behörden weitreichende Macht, die öffentliche Rede einzuschränken.
Das betrifft alle.
Es beschneidet die Meinungsfreiheit – das Recht, frei zu sprechen, Informationen zu teilen und am öffentlichen Leben teilzunehmen. Für LGBT*-Menschen und alle, die sie unterstützen, sind die Auswirkungen sofort spürbar. Die öffentliche Sichtbarkeit verschwindet. Die Angst wächst.
Viele versuchen bereits, das Land zu verlassen. Zivilgesellschaftliche Organisationen berichten schon jetzt von Hunderten Anfragen von LGBT*-Personen, die Unterstützung bei der Ausreise suchen. Das zeigt, wie dringend sie Schutz brauchen.
In dieser Situation können Visa und Reisedokumente lebensrettend sein.
Ähnliche Gesetze in Russland haben bereits zu Razzien und Zensur geführt. Menschen wurden gezwungen, unterzutauchen oder das Land zu verlassen.
Mittlerweile gibt es solche Gesetze auch in anderen Ländern – darunter Georgien, Ungarn, Kasachstan und Kirgisistan. Überall verbreiten sie das gleiche Muster aus Zensur und Angst.
Nun wird dieser Ansatz in Belarus kopiert.
Regierungen, die sich den Menschenrechten verpflichtet haben, stehen in der Verantwortung. Ein besserer Zugang zu Visa und sicheren Fluchtwegen ist eine konkrete Möglichkeit, gefährdete Menschen zu schützen.
Jetzt zu handeln bedeutet, einen Ausweg für diejenigen zu schaffen, die bereits in Gefahr sind.