Am 17. September droht Alberto*, einem schwulen Mann mit HIV und Krebs, Gefängnis. Unterschreibe, um sein Leben zu retten und das Recht auf Gesundheit zu verteidigen.
Update – 17. September 2025: Die heutige Anhörung hat die bereits bestehende Maßnahme bestätigt, und Alberto* wird nicht ins Gefängnis geschickt. Das ist ein wichtiger Sieg, den wir gemeinsam errungen haben. Doch der Kampf ist noch nicht vorbei: Das Gnadengesuch bleibt unverändert bestehen, und wir müssen unsere Stimmen weiterhin erheben, bis es gewährt wird. Gemeinsam können wir Alberto* das Recht auf Gesundheit und ein würdevolles Leben sichern.
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In Italien ist die Verfassung eindeutig: Gesundheit ist ein fundamentales Recht, und niemand darf der für sein Überleben notwendigen medizinischen Versorgung beraubt werden.
Und doch könnte Alberto* – 40 Jahre alt, schwul, HIV-positiv im fortgeschrittenen Stadium und krebskrank – am 17. September ins Gefängnis kommen, wo sein Leben in Gefahr wäre.
Alberto* lebt im Piemont unter Hausarrest. Sein Überleben hängt von lebensrettenden Therapien und spezialisierten Behandlungen ab, die er nur in der Poliklinik in Mailand erhalten kann. Jede Fahrt dorthin ist ein Hindernislauf: Bürokratie, Genehmigungen, Formalitäten. Jetzt droht alles zusammenzubrechen.
Die medizinischen Gutachten sind eindeutig: "Ein Zustand, der mit jeglicher Form der Haft unvereinbar ist" und ein "konkretes Risiko für sein Leben" bedeutet. Artikel 146 des Strafgesetzbuchs sieht in Fällen wie seinem die Aussetzung der Strafe vor. Doch die Verfahren ziehen sich hin, und der Antrag auf Begnadigung an Präsident Mattarella liegt seit über einem Jahr auf Eis.
Im Gefängnis würde Alberto* nicht nur die notwendige Behandlung verwehrt, er wäre auch spezifischen Risiken ausgesetzt, die mit seiner sexuellen Orientierung zusammenhängen. Laut dem Bericht "L’emergenza è adesso" von Antigone (2025) sind die italienischen Gefängnisse zu 120% überbelegt, es herrscht gravierender Mangel an medizinischem Personal, und die Wartezeiten für Therapien sind mit schweren Krankheiten wie seiner völlig unvereinbar.
Darüber hinaus leben laut Antigone schwule Männer im Gefängnis in einer Situation extremer Verletzlichkeit. Um Übergriffe zu vermeiden, werden sie oft in "geschützten Homosexuellen-Abteilungen" oder – häufiger – in "gemischten geschützten Abteilungen" mit Sexualstraftätern und anderen stigmatisierten Gefangenen untergebracht. Diese formell mit Sicherheitsgründen begründete Segregation bedeutet jedoch Ausschluss von vielen Resozialisierungsmaßnahmen, verstärkt Isolation und fördert ein Gefühl des Verlassenseins. Der Bericht dokumentiert homofeindliche Beleidigungen durch Bedienstete und weit verbreitete Vorurteile in einem Umfeld, das von sogenannter "männlicher Gewalt" geprägt ist. Viele schwule Männer verbergen daher ihre sexuelle Orientierung, um Schikanen zu vermeiden. Für einen Mann in Albertos* gesundheitlicher Situation wären diese Faktoren ein zusätzliches, massives Risiko.
Dies ist nicht nur die Geschichte eines einzelnen Mannes. Es ist das Sinnbild eines Strafvollzugssystems, das um jeden Preis bestraft – selbst dann, wenn die Strafe zu einem Todesurteil wird. Es geht um Menschenrechte, um Gerechtigkeit und um Würde.
Alberto* selbst spricht von einer "doppelten Verurteilung": der vom Gericht verhängten Strafe und der durch die Krankheit. Er berichtet von Momenten der Todesangst, von Suizidgedanken, von Reanimationen und aussichtslosen Diagnosen. "Ich bitte nicht um Gnade – ich bitte darum, leben zu dürfen", sagt er.
Am 17. September fällt die Entscheidung. Unsere Forderung ist klar: den Gefängnistransfer stoppen, Alberto* das Recht auf Behandlung sichern und den Begnadigungsantrag sofort freigeben.
*Aus Sicherheits- und Datenschutzgründen verwenden wir einen Fantasienamen.