Italien: Holt ihn zurück! Schwuler Student im Iran gefangen

Ein Medizinstudent ist im Iran gefangen und in Gefahr, weil er schwul ist. Italien muss jetzt handeln, damit er in Sicherheit zurückkehren kann.

Ein junger Medizinstudent sollte gerade sein Studium in Italien abschliessen und seine Zukunft aufbauen. Stattdessen ist er im Iran gefangen und muss verbergen, wer er ist, um zu überleben.

Er ist Iraner und studiert Medizin in Italien – dort hat er seinen Lebensmittelpunkt und kann offen er selbst sein. Im Jahr 2024 reiste er in den Iran, um seine Familie zu besuchen, sich wegen einer schweren Erkrankung behandeln zu lassen und seinen verpflichtenden Militärdienst abzuleisten, der für Männer im Iran in der Regel etwa 18 bis 24 Monate dauert. In dieser Zeit verhinderte ein bürokratischer Fehler bei der Verlängerung seiner italienischen Aufenthaltserlaubnis, dass er nach Italien zurückreisen konnte.

Was nur vorübergehend sein sollte, wurde zur Falle. Und es ist zu einer Frage von Leben und Tod geworden.

Der Iran ist geprägt von gewaltsamer Repression, willkürlichen Festnahmen und massiven Eingriffen in grundlegende Freiheiten. Für LGBT*-Menschen ist das Risiko noch größer. Allein schwul zu sein, kann zu Haft, Misshandlung oder Schlimmerem führen. Sicher zu leben bedeutet, sich zu verstecken, zu lügen und jeden Tag Angst vor Enttarnung zu haben.

Für diesen schwulen Studenten ist das nun seine Realität.

Er kann nicht offen leben.

Er kann sich nicht sicher fühlen.

Eine einzige Anzeige könnte ihn seine Freiheit – oder sein Leben – kosten.

Die italienischen Behörden kennen die Bedingungen im Iran. Sie wissen um die besonderen Gefahren, denen LGBT*-Menschen dort ausgesetzt sind. Indem sie ihm die Rückkehr verweigern, zwingen sie einen schwulen Studenten, in einem Land zu bleiben, in dem seine Rechte, seine Sicherheit und seine Würde nicht geschützt sind – obwohl er nichts Außergewöhnliches verlangt, sondern nur darum bittet, an seine Universität zurückkehren und sein Studium fortsetzen zu dürfen.

Dies ist Teil einer weltweiten Realität: Regierungen nutzen Formulare, Grenzen und Genehmigungen, um Menschen den Zugang zu Sicherheit zu verwehren. Wenn die Bewegungsfreiheit entzogen wird, geraten Leben in Gefahr.

Italien hat jetzt die Macht, das zu ändern. Die Rückkehr dieses Studenten zu ermöglichen ist einfach, rechtmäßig und dringend. Jeder Tag der Verzögerung erhöht das Risiko, dem er ausgesetzt ist.

Ein Leben darf nicht an Bürokratie scheitern.

Diese Kampagne wird getragen von: Agapanto, Agedo nazionale, Arcigay, Antinoo Arcigay Napoli, Associazione Quore, Associazione Radicale Certi Diritti, CEST centro salute trans e gender variant, Circolo di Cultura Omosessuale Mario Mieli, EDGE, GayCenter, Gaynet, Intersex Esiste, Omphalos LGBTI, Open Catania, Polis aperta, Possibile LGBTI+, Rete Genitori Rainbow, Stonewall GLBT+ Siracusa, T Genus, Ygrò A.P.S., One Billion Rising Italia, Assist Ass. Naz. Atlete aps, Famiglie Arcobaleno, Genderlens und Libellula Italia APS.

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An die italienische Ministerpräsidentin, den Außenminister und die Universitätsministerin:

Wir schreiben Ihnen mit grosser Sorge wegen eines schwulen Medizinstudenten, der in Italien lebt und studiert und derzeit im Iran feststeckt, nachdem ihm die Wiedereinreise nach Italien verweigert wurde. Diese Entscheidung hat ihn in akute Gefahr gebracht.

Im Iran herrschen gewaltsame Repression, flächendeckende Festnahmen und massive Einschränkungen grundlegender Freiheiten. Für LGBT+ Menschen sind die Risiken extrem. Schwul zu sein kann zu Inhaftierung, Misshandlung und lebensbedrohlicher Gewalt führen. Sicherheit ist nur möglich, wenn man die eigene Identität versteckt und in ständiger Angst lebt.

Indem sie diesem Studenten die Rückkehr nach Italien verwehren – dem Land, in dem er studiert und lebt – setzen die italienischen Behörden ihn wissentlich genau diesen Gefahren aus.

Der Student bittet nicht um Sonderbehandlung oder aussergewöhnliche Ausnahmen. Er ersucht lediglich darum, an seine Universität zurückkehren zu dürfen, um sein Medizinstudium fortzusetzen und sein Leben in Sicherheit wieder aufzubauen.

Dieses Ergebnis steht im Widerspruch zu Italiens Verpflichtungen zur Achtung der Menschenwürde, zur Gleichheit vor dem Gesetz und zum Schutz grundlegender Rechte.

Italien hat sowohl die Befugnis als auch die Verantwortung zu handeln. Die Rückkehr dieses Studenten zu ermöglichen würde seine Sicherheit schützen, sein Recht auf Bildung wahren und Italiens Rolle als ein Land bekräftigen, das nicht wegschaut, wenn Menschenleben auf dem Spiel stehen.

Wir fordern Sie eindringlich auf, unverzüglich einzugreifen, um seine sichere Rückkehr nach Italien und die Fortsetzung seines Studiums zu gewährleisten.


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