Meta und X: Hört auf, türkische LGBT*-Gruppen zu sperren

Meta und X haben Kaos GL, SPoD und weitere türkische LGBT*-Menschenrechtsverteidiger*innen mundtot gemacht, sobald die Regierung es verlangte – ohne Widerstand oder Erklärung. Unterschreibe und fordere, dass sie die Accounts wiederherstellen.

Am 12. September ordnete ein türkisches Gericht an, die Accounts von Kaos GL, SPoD und Dutzenden weiterer LGBT*-Organisationen, Dachorganisationen, Journalist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen in der Türkei zu sperren. Dieser digitale Blackout fand im Rahmen einer massiven Verhaftungswelle statt – laut türkischen Aktivist*innen sehen sich mittlerweile mehr als 110 Menschen mit rechtlichen Konsequenzen konfrontiert, im Zuge staatlicher Razzien, die die Regierung "Operation Meine Familie ist sicher" nannte. Gründer*innen und Mitglieder einiger der betroffenen Organisationen werden inzwischen strafrechtlich verfolgt, weil sie angeblich eine "kriminelle Organisation" gegründet haben; als Teil der Anklage wird ihnen unter anderem vorgeworfen, Menschen dazu "ermutigt zu haben, LGBTI zu sein." Meta und X kamen der Anordnung innerhalb weniger Tage nach. Die Sperranordnung wurde inzwischen auch auf das Türkei-Büro von Amnesty International, unabhängige Zeitungen und Rechtsorganisationen ausgeweitet.

Mark Zuckerberg und Elon Musk vermarkten Meta und X beide als Verteidiger der freien Meinungsäußerung. Doch als die türkische Regierung sie aufforderte, LGBT*-Stimmen mundtot zu machen, gaben beide Unternehmen widerstandslos nach – keine öffentliche Erklärung, kein rechtlicher Widerstand. Die Menschen, die diese Plattformen leiten, helfen bereitwillig dabei, eine Zensur durchzusetzen, die sie angeblich ablehnen. Ein Tech-Unternehmen, das autokratische Sperranordnungen stillschweigend ausführt, wird zu einem aktiven Werkzeug staatlicher Repression. Wenn Meta und X sich in der Türkei widerstandslos fügen, signalisiert das jeder autoritären Regierung weltweit, dass es nichts weiter als eine formale Anfrage braucht, um Menschenrechtsverteidiger*innen mundtot zu machen.

Unterschreibe die Petition und fordere Meta und X auf: die gesperrten Accounts wiederherzustellen. Sperranordnungen vor Gericht anzufechten, statt sie einfach zu vollstrecken. Die Accounts von Kaos GL, SPoD und den anderen betroffenen Organisationen und Einzelpersonen wiederherzustellen und klar zu erklären, warum sie überhaupt gesperrt wurden. Und einen Transparenzbericht zu veröffentlichen, der jede Anfrage auflistet, die die beiden Unternehmen im Zusammenhang mit "Operation Meine Familie ist sicher" von den türkischen Behörden erhalten haben – damit die Öffentlichkeit selbst beurteilen kann, ob diese Sperrungen jemals gerechtfertigt waren.

Diese Kampagne ist eine Initiative des Council for Global Equality, von All Out, Outright International und GLAAD.

Logos der vier Kampagnenpartner: Council for Global Equality, All Out, Outright International und GLAAD.

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An: Mark Zuckerberg, Gründer, Chairman und CEO von Meta; Joel Kaplan, President of Global Affairs bei Meta; und Elon Musk, der X seit der Fusion mit seinem Unternehmen xAI 2025 kontrolliert. (X hat derzeit keinen eigenständig benannten CEO.)

Sehr geehrter Herr Zuckerberg, sehr geehrter Herr Kaplan, sehr geehrter Herr Musk,

Am 12. September 2026 ordnete ein türkisches Gericht an, dass Meta und X die Accounts von Dutzenden LGBT*-Organisationen, Journalist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen in der Türkei sperren. Dies geschah im Rahmen einer massiven Verhaftungswelle, in der laut türkischen Aktivist*innen mittlerweile mehr als 110 Menschen mit rechtlichen Konsequenzen konfrontiert sind – im Zuge einer Operation, die die türkischen Behörden "Operation Meine Familie ist sicher" nannten. Meta und X kamen der Anordnung innerhalb weniger Tage nach, ohne öffentliche Erklärung oder einen Hinweis darauf, dass die Anordnung rechtlich angefochten wurde. Die Sperranordnung wurde inzwischen auch auf das Türkei-Büro von Amnesty International, unabhängige Zeitungen und Rechtsorganisationen ausgeweitet.

Indem Sie diesen Anordnungen in der Türkei nachgekommen sind, ohne rechtlichen Widerspruch oder öffentliche Mitteilung, haben Ihre Plattformen dazu beigetragen, staatlich verordnete Zensur gegen vulnerable Gemeinschaften durchzusetzen.

Wir wenden uns an Sie mit der Forderung, dass Meta und X:

1. die gesperrten Accounts der Dutzenden betroffenen LGBT*-Organisationen und Menschenrechtsverteidiger*innen sowie der weiteren betroffenen Organisationen und Einzelpersonen wiederherstellen.

2. öffentlich erklären, warum jeder einzelne Account gesperrt wurde und auf welcher rechtlichen Grundlage.

3. sich verpflichten, staatliche Sperranordnungen gegen Menschenrechtsverteidiger*innen, Journalist*innen und zivilgesellschaftliche Organisationen rechtlich anzufechten, statt ihnen automatisch nachzukommen.

4. einen Transparenzbericht veröffentlichen, der jede staatliche Anfrage auflistet, die Meta und X im Zusammenhang mit dieser Operation von den türkischen Behörden erhalten haben.


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